OCULYZE MUH – Monitoring Uterine Health
Vor-Ort-Diagnostik zur Bestimmung von subklinischer Endometritis bei Milchkühen


OCULYZE MUH – Monitoring Uterine Health
Vor-Ort-Diagnostik zur Bestimmung von subklinischer Endometritis bei Milchkühen

Wir liefern weltweit!

Subklinische Endometritis

Subklinische Endometritis ist eine Entzündung der Gebärmutter der Milchkuh, die ohne die typischen Entzündungssymptome und auch ohne bakterielle Beteiligung verläuft. Milchkühe erkranken typischerweise postpuerperal. Ein Teil der Tiere entwickeln im Zeitraum nach der Kalbung eine klinische Endometritis mit den typischen Symptomen (z.B. muköser oder eitriger Ausfluss). Der Rest der Herde zeigt zwar meist keine sichtbaren Symptome einer Uterusentzündung, es ist jedoch bekannt, dass etwa jede dritte Kuh von der subklinischen Form der Endometritis betroffen ist, was zu schlechteren Besamungsraten und längeren Zwischenkalbezeiten führen kann (1).

Enstehung der subklinischen Endometritis

Die Ätiologie der subklinischen Endometritis ist noch nicht abschliessend geklärt. Aktuell geht man von einem multifaktoriellen Geschehen aus, das zu einem Entzündungsprozess führt. Das können zum einen vorangegangene bakterielle Infektionen sein, bei denen der Erreger zwar eliminiert wurde, die Entzündungsreaktion aber aufgrund einer Dysbalance zwischen pro-und antiinflammatorischen Zytokinen persistiert. Zum anderen kann auch oxidativer Stress, eine negative Energiebilanz, sowie Ketose die Entstehung von subklinischer Endometritis begünstigen (2, 3).

Symptome der subklinischen Endometritis

Subklinische Endometrits ist auf dem ersten Blick schwer zu diagnostizieren. Im Gegensatz zur klinischen oder akuten Endometritis tritt kein seröser oder eitriger Ausfluss auf. Auch in der Ultraschalluntersuchung sind keine pathologischen Veränderungen sichtbar. Die subklinische Entzuündungsreaktion des Endometriums ist ausschließlich über eine zytologische Untersuchung diagnostizierbar (8). Da allerdings inzwischen bekannt ist, dass ein Zusammenhang zwischen schlechter Fruchtbarkeit und subklinischer Endometritis bestehen kann, können Anzeichen wie mehrfaches Umrindern, schlechte Erstbesamungsquoten oder lange Zwischenkalbezeiten auch Symptome für ein vermehrtes Auftreten von subklinischer Endometritis sein (1, 4).

Diagnose der subklinischen Endometritis

In der Vergangenheit wurden verschiedene Methoden genutzt, um subklinische Endometritis zu diagnostizieren (6). Heutzutage gilt die zytologische Untersuchung des Endometriums als Goldstandard. Dabei ist die Analyse von zytologischen Proben, die mithilfe einer Bürste oder eines Tapes gewonnen werden, laut neueren Studien der Entnahme von Uterusbiopsien und Uterusspülungen überlegen (5, 9).

Bei der Entnahme von zytologischen Proben mithilfe des sogenannten Cytotapes oder einer Cytobrush wird ein Schleimhautabstrich des Uterus gewonnen. Die Probe wird anschließend angefärbt und miskroskopisch ausgewertet, um den Anteil von polymorphkernigen Leukozyten
(PMNs) im Verhältnis zu Epithelzellen zu bestimmen. Nach Tag 28 p.p. sollte der Anteil der PMNs an der Gesamtzellzahl bei gesunden Tieren unter 5% liegen. Beträgt der Anteil der PMNs im Ausstrich mehr als 5%, spricht man von subklinischer Endometritis (7).
Ein Nachteil der bisher angewandten Verfahren ist, dass die Probenaufbereitung und Untersuchung sehr zeitaufwändig ist und nur von erfahrenen Personen durchgeführt werden sollte. Da für die Auszählung der Zellen ein Mikroskop und eine Färbestation erforderlich sind, müssen die Proben meistens extern untersucht werden, was zur Folge hat, dass Maßnahmen und Behandlungen erst mit einer gewissen Zeitverzögerung eingeleitet werden können.

Subklinische Endometritis kann je nach Betrieb 20-40% der Herde betreffen ohne klinische Symptome zu verursachen


Subklinische Endometritis kann sich negativ auf Besamungserfolg und Fruchtbarkeit auswirken


Mit Oculyze MUH können Tiere, die an subklinischer Endometritis leiden, sofort identifiziert werden


 

Produkt

Oculyze MUH vereinfacht und standardisiert die Diagnostik von subklinischer Endometritis.

  • Schritt 1

    Probenentnahme mit Cytotape

  • Schritt 2

    Probe ausstreichen

  • Schritt 3

    Probe mit Fluoreszenzfarbstoff färben

  • Schritt 4

    Bilder aufnehmen

  • Schritt 5

    Ergebnis in weniger als 1 Minute erhalten

 

Für die Analyse wird mit einem Cytotape eine zytologischer Abstrich vom Endometrium genommen und auf einem herkömmlichen Objektträger ausgestrichen. Die Probe wird anschließend mit einem Tropfen speziellen Farbstoffes gefärbt und kann nach 2 Minuten direkt vor Ort – sogar direkt im Stall- analysiert werden. Für die Auswertung werden entweder 10 mikroskopische Bilder oder mindestens 300 Zellen untersucht. Die Bilder werden mithilfe eines handlichen Fluoreszenzmikroskop und einer Smartphone App aufgenommen und automatisch in die Oculyze Cloud geladen. Hier wird durch ein automatisierte Bilderkennungs- und Bildanalyseverfahren das Verhältnis von PMNs und Epithelzellen bestimmt. Das Ergebnis ist in der App sofort verfügbar.

Technologie

Die Ocuylze MUH-Technologie basiert auf intelligenter Bilderkennung- und Analyse, die durch sogenannte Deep Learning Systeme und künstliche Intelligenz stetig verbessert werden. Durch die Kombination von mobilem Mikroskop und Cloud-basierter, automatisierter Auswertung, liefert das System überall und sofort zuverlässige Ergebnisse.

MUH - Technology

Zytologischer Ausstrich vom Endometrium einer Milchkuh mit Endometriumszellen und PMNs (Fluoreszenzfärbung)



MUH - Technology

Die intelligente Bilderkennung von Oculyze MUH erkennt und zählt Endometriumszellen (grüne Vierecke) und PMNs (rote Vierecke) automatisch

Features


Vor-Ort-Diagnostik von subklinischer Endometritis

Mit Oculyze MUH ist die Bestimmung von Kühen, die von subklinischer Endometritis betroffen sind, direkt auf dem Betrieb möglich. So können sofort geeignete Maßnahmen zur Verbesserung der Fruchtbarkeit getroffen werden.


Standardisierte Analyse

Oculyze bringt Experten­wissen direkt in den Stall. Die auto­matisierte Bild­erkennung garantiert eine standardisierte Auswertung bei jeder Probe. Das System eignet sich somit auch hervorragend um Aussagen zum Status der Herde zu treffen bzw. wissen­schaftliche Studien durch­zuführen.


Hilfe beim Fruchtbarkeits-Monitoring

Die Anzahl der Fälle von subklinischer Endometritis in der Herde können einen Hinweis auf den Status der Herdengesundheit geben. Zuverlässiges Monitoring kann helfen, die Fruchtbarkeit der Herde zu verbessern. Durch die digitale Efassung der Furchtbarkeits-Befunde kann das System sowohl für Einzeltier-Diagnostik, als auch auf Herdenbasis verwendet werden.


Mobiles Equipment

Oculyze MUH basiert auf einem mobilen Mikroskop, sowie einer Smartphone App. Es ist kein zusätzliches Mikroskop oder Expertise im Bereich Mikroskopie erforderlich. Statt des mobilen Mikroskops kann auch ein herkömmliches Fluor­eszenz­mikroskop verwendet werden.

Kontakt

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Quellen

1) Prevalence of endometritis and its effects on reproductive performance of dairy cows. Gilbert, R. O., Shin, S. T., Guard, C. L., Erb, H. N., & Frajblat, M. (2005). Theriogenology, 64, 1879–1888. https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0093691X05001482?via%3Dihub
2) Proinflammatory cytokine gene expression in endometrial cytobrush samples harvested from cows with and without subclinical endometritis. Ghasemi, F., Gonzalez-Cano P, Griebel PJ, Palmer C. (2012). Theriogenology;78(7):1538-47. https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0093691X12003718?via%3Dihub
3) Selected pro-inflammatory factor transcripts in bovine endometrial epithelial cells are regulated during the oestrous cycle and elevated in case of subclinical or clinical endometritis. Fischer, C., Drillich, M., Odau, S., Heuwieser, W., Einspanier, R., Gabler, C. (2010). Reprod Fertil Dev. ;22(5):818-29. http://www.publish.csiro.au/RD/RD09120
4) Endometrial cytology and ultrasonography for the detection of subclinical endometritis in postpartum dairy cows. Kasimanickam, R., Duffield, T. F., Foster, R. A., Gartley, C. J., Leslie, K. E., Walton, J. S., & Johnson, W. H. (2004). Theriogenology, 62, 9–23.5) https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0093691X03004746?via%3Dihub
5) A comparison of diagnostic techniques for post partum endometritis in dairy cattle. Barlund, C. S., Carruthers, T. D., Waldner, C. L., & Palmer, C. W. (2008).Theriogenology, 69, 714–723. https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0093691X07007005?via%3Dihub
6) invited review: Systematic review of diagnostic tests for reproductive tract infection and inflammation in dairy cows. DeBoer, M. W., LeBlanc, S. J., Dubuc, J., Meier, S., Heuwieser, W., & Arlt, S., McDougall, S. (2014). Journal of Dairy Science, 97, 3983–3999. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S002203021400366X?via%3Dihub
7) The relationship between endometrial cytology during estrous cycle and cutoff points for the diagnosis of subclinical endometritis in grazing dairy cows. Madoz, L. V., Giuliodori, M. J., Jaureguiberry, M., Plöntzke, J., Drillich, M., & De laSota, R. L. (2013). Journal of Dairy Science, 96 (7), 4333–4339. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0022030213003573?via%3Dihub
8) Defining postpartum uterine disease in cattle. Sheldon, IM., Lewis, GS., LeBlanc, S.; Gilbert, RO (2005). Theriogenology;65(8):1516-30. Epub 2005 Oct 13. https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0093691X05003821?via%3Dihub
9) A novel cytologic sampling technique to diagnose subclinical endometritis and comparison of staining methods for endometrial cytology samples in dairy cows. Pascottini OB., Dini P., Hostens M., Ducatelle R., Opsomer, G. (2015). Theriogenology. 2015 Nov;84 (8):1438-46. https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0093691X1500391X?via%3Dihub